"Es gibt einen Ort wie keinen anderen auf der Welt. Es heißt, um dort zu überleben, muss man verrückt sein, wie ein Hutmacher. Glücklicherweise bin ich das..."

Donnerstag, 18. September 2014

Kommt steigt ein: Ich nehm Euch mit an die Mosel!

Vor einigen Wochen landete in Oberding eine Flaschenpost der besonderen Art. Es handelte sich um eine Einladung für ein Weinerlebniswochenende in Traben-Trarbach.


Blick vom Weinberg


Und hier findet man auch den Familien- und Firmensitz der Familie Franz Wilhelm Langguth. Mit diesem Namen können sicherlich nicht alle etwas anfangen, auch ich musste erst einmal im Netz nachschauen. Als ich mich dann so durch die Welt des Erben Weins klickte, entdeckte ich doch einige "Bekannte" im Produktsortiment. Kennt Ihr z.B. das "Himmlische Tröpfchen"? Als ich noch zuhause gewohnt habe, stand dieser fruchtige Weincocktail regelmäßig auf dem Tisch und ich glaube meine Mum hat heute auch noch die ein oder andere Flasche zuhause. Doch das Sortiment umfasst noch viele weitere qualitativ, hochwertige Weine, die man in jedem gut sortierten Supermarkt findet. Schaut doch beim nächsten Einkauf einfach mal, ob Ihr ein Erben-Etikett findet und probiert dann einfach mal einen Riesling, oder einen Dornfelder - Ihr werdet teilweise überrascht sein, dass auch günstige Weine gut schmecken können!

Foto by http://vm-people.de/

Aber nun zurück zum vergangenen Wochenende! Grund für die Einladung war übrigens die Gründung der Erbengemeinschaft. Was sich genau dahinter verbirgt, kann ich Euch zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht genau erklären, denn wohin die Reise für eine neuartige Weincommunity führt wird von den kreativen Köpfen von Langguth & VM-People aktuell ausgearbeitet. Und wir (eine bunte Mischung aus Food-/Weinbloggern, Journalisten, Stammkunden) durften bei der Entstehung mitwirken und überhäuften das Team bei einem mehrstündigen Workshop mit vielen Vorschlägen und Anregungen. Hier standen beispielsweise die Themen Ich bin schon sehr gespannt, was daraus entsteht! Auf dem neuen Erben-Blog könnt Ihr die Weiterentwicklung der Erbengemeinschaft weiterverfolgen.

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Und nun möchte ich Euch noch einige Details von unserem Kurztrip erzählen:

Am Freitag morgen machten wir uns auf den Weg an die Mosel und nach sage und schreibe 9 Stunden hatten wir dann endlich die Säubrennerstadt Wittlich erreicht. Klar das wir nach etlichen Staus keinen Bock mehr auf großes TamTam hatten, aber da hatte das Orga-Team auch mitgedacht und es fand im örtlichen Rathaus der Stadt ein kleiner Empfang statt, wo wir die anderen Erben-Patronen kennenlernen durften. Bei Wein und rustikalem Fingerfood bildeten sich schnell kleine Grüppchen und es entstanden interessante Gespräche. Ich war froh, dass Maja und Bella mit dabei waren, denn auch wenn wir uns an diesem Tag zum ersten Mal im Real-Life kennengelernt haben, hatten wir den Eindruck als würden wir uns schon ewig kennen!!

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Am Samstag mussten wir dann früh aufstehen, was nach der kurzen Nacht gar nicht so einfach war.... aber zählt nix! Mit dem Bus ging es dann nach Traben-Trarbach, wo unsere Wanderung durch die Weinberge begann. Mit dabei war auch ein ortskundiger Touristenführer, der uns viel über die Geschichte des Weinbaus an der Mosel erzählte.


Auf dem sogenannten Erbenpfad kraxelten wir an die Spitze des Weinberges.

Traben-Trarbach


Auch wenn wir oben fast aus den Latschen gekippt sind, hatte sich die Anstrengung gelohnt, denn nun standen wir vor dem Erben-Jubiläums-Weinberg und dann durften wir unseren eigenen Weinstock suchen.



Es war fast wie eine kleine Ostereiersuche und als jeder seinen Rebstock entdeckt hatte, waren wir natürlich stolz wie Oskar!!

Erben Festtagswein

Aber das war noch nicht alles! Nun wurden wir in Weingruppen aufgeteilt und durften zusammen jeweils einen Rosenstock einpflanzen, denn unser Wein soll ja prächtig gedeihen! Und die Rose, die hier als Zeigerpflanze dient, zeigt den Winzern an, wenn sich Schädlinge herumtreiben, oder der Boden ungeeignet ist. 

Zeigerpflanze

Nach all den Strapazen hatten wir uns das darauffolgende deftige Vesper mehr als verdient! Es gab rustikale Wurst- und Käseplatten, Griebenschmalz, saftige, rotfleischige Weinbergpfirsiche und so manch andere Leckerei. Was ich hier noch positiv anmerken möchte: Es wurde auch Rücksicht auf unsere veganen Kollegen genommen und wenn Ihr jetzt glaubt, dass es hier nen Tofuspieß o.ä. gab, dann habt Ihr Euch geschnitten. Es gab vegane Käseplatten, verschiedenen Aufstriche und Rohkost zur Auswahl. Das fand ich richtig gut, denn meistens ist es ja nicht so selbstverständlich bei Events ähnlicher Art, dass extra vegane Speisen serviert werden. TOP! Und Wein durfte auch hier nicht fehlen und für die ganz durstigen unter uns gab es wirklich gutes Wasser aus der Trarbacher Felsenquelle / Wildstein Therme, dass ich schon alleine wegen der Verpackung kaufen würde ;-) (Verpackungsopfer halt...)


Anschließend wanderten wir weiter zum Hauptsitz von Langguth, welcher sich über den Dächern von Traben-Trarbach befindet. Und hier ging es dann weiter mit einem mehrstündigen Workshop, der aber meiner Meinung nach wie im Fluge verging.


Es wurden hier verschiedene interessante Gruppendiskussionen geführt, denn die Erbengemeinschaft soll transparent, kundennah und authentisch sein und bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber ich glaube, dass wir hier einen guten Grundstock legen konnten. Da unter uns vom Weinprofi bis zum Ottonormalverbraucher alles vorhanden war, gibt das auch nen gute Mischung, denn wenn ich beispielsweise von mir ausgehe, könnte ich mit einer Community, bei der alles hochtrabend und exclusiv ist nicht identifizieren. 

Abends erwartete uns dann ein weiteres Highlight. Ich finde gar nicht die richtigen Worte.... denn als wir in das Kellergewölbe hinab stiegen erwartete uns ein Anblick der mich sprachlos machte. WOW!



Zwischen flackernden Kerzenlicht, wuchtigen Weinfässern, standen zauberhaft eingedeckte Tische, an denen wir Platz nehmen durften. Im Hintergrund legte sich ein Pianospieler ins Zeug, um diesen Abend mit passender Musik zu begleiten.

Kulinarisch wurden wir mit folgenden Leckereien verwöhnt:

  • Süppchen vom Erdener Muskatkürbis
  • Tresterfleisch vom Schwein mit Petersilienkartoffeln
  • Beschwipstes Huhn in Riesling - Köstlich!!!
  • Verschiedene Gemüse und Salatvarianten
  • Mousse au Chocolat und andere Süßen Sünden

Und was darf bei einem Winzerwochenende nicht fehlen? Natürlich! Eine Weinprobe!
Mein persönlicher Favorit waren hier definitiv die Rotweine (z.B. der Erben Dornfelder Barrique), da mir Weißwein irgendwie noch nie so richtig geschmeckt hat und die Dessertweine sind mir einfach zu süß ;-)

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Zum krönenden Abschluss gab es dann noch eine kleine Nachtwächterführung in die Unterwelt von Traben-Trarbach.





In den feuchten, muffigen und mysteriösen Kellergewölben erfuhren wir dank des Nachtwächters noch viele weitere Kuriositäten und Fakten aus der Mosel-Weinwelt. 

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Nach diesem wundervollen Tag fielen wir kaputt, aber glücklich in unsere weichen... Betten im Hotel Well und machten uns am Sonntag wieder auf den Heimweg. Dieses Mal zum Glück ohne Stau! :-)

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Ihr wollt auch einen von 1789 Rebstöcken, welche sich im Jubiläums-Weinberg befinden, gewinnen? Dann habt Ihr bis 31.12.2014 die Möglichkeit beim laufenden Gewinnspiel von Erbenwein teilzunehmen. Ich drück Euch die Daumen und vielleicht befindet sich Euer Weinstock ja direkt neben meinem? ;-)

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Weiteren Lesestoff zum Wochenende gibt es hier:


Buchtipp: Für diejenigen, die sich in hochpreisigen Vinotheken nicht zuhause fühlen, oder von Wein nicht soviel Ahnung haben, gibt es von Cordula Eich den erfolgreichen Super Schoppen Shopper 2014-2015 denn guter Wein muss nicht teuer sein ;-)

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Ich bedanke mich recht herzlich beim gesamten Team der Fa. Langguth, vor allem bei Verena Armbruster, welche dieses unvergessliche Event organisiert hat.


Danke auch an das Team von VM-People, die uns ebenfalls auf Schritt und Tritt mit der Kamera verfolgt haben und ebenfalls an der Umsetzung des Wochenendes beteiligt waren. Ich habe selten an so einem hochproffesionellen Event teilgenommen - Chapeau!!


Sonntag, 7. September 2014

Kochbuchrezension: Italien vegetarisch

Lange haben wir darauf warten müssen und seit einer Woche gibt es Italien vegetarisch* nun endlich im Buchhandel!

Nachdem die ersten beiden Bände von Katharina Seiser schon sehr erfolgreich sind, wird nun der Süden vegetarisiert und um diese Küche authentisch herüberzubringen, musste natürlich ein waschechter Italiener mit ins Boot geholt werden. Und hier fiel die Wahl auf einen wahren Genussmenschen; Claudio Del Principe, der einigen von Euch sicherlich schon durch seinen Blog Anonyme Köche bekannt sein dürfte.


Vegetarische Trilogie aus dem Brandstätter verlag


Ich hatte das große Glück, dass ich bei Vorablesen.de ein Vorabexemplar gewonnen habe und somit konnte ich schon vor der offiziellen Veröffentlichung in diesem tollen Buch schmökern und hatte auch genügend Zeit, um für Euch einige Rezepte ausprobieren.

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Der Aufbau des Buches hat sich im Vergleich zu den beiden Vorgängern nicht verändert und man bleibt sich hier einer Linie treu, was ich persönlich sehr gut finde. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und man verzichtet hier auf Eyecatcher, die im Hochglanzformat daherkommen. Dieser Stil zieht sich auch durch das gesamte Buch. Die enthaltenen Rezeptfotos sind eher schlicht gehalten, ohne großes Tamtam herum. Macht man zuhause normalerweise auch nicht, oder? Da kommt der Teller auf den Tisch und es wird gegessen - Basta! Es gibt auch nicht zu jedem Rezept ein Foto, was aber nicht weiter stören dürfte, denn jeder sollte heutzutage etwas Vorstellungskraft besitzen und beim Nachkochen der Rezepte kommt sicherlich auch ohne Foto etwas leckeres heraus!

Bevor ich Euch einige Details zum Buch verrate, möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass es in diesem Buch nicht nur neue, ausgefallene, italienische Rezepte gibt - wie es viele vielleicht erwartet haben. Aber überlegt mal - viele bekannte italienische Speisen sind ja schon von Haus aus vegetarisch, wie z.B. Bruschetta, diverse Pasta- und Pizzazubereitungen usw. es wurden hier Klassiker ausgewählt, die teilweise verfeinert wurden, oder einfach aus der Versenkung geholt wurden, aber es gibt auch Gerichte die komplett neu "erfunden" wurden. Es gibt viele einfache Rezepte, bei denen man meist nur 2-3 Hauptzutaten benötigt - aber glaubt mir: die Rezepte sind köstlich! Einen direkten Vergleich zu Deutschland vegetarisch* und Österreich vegetarisch* kann ich hier gar nicht wagen, denn da diese beiden Länder doch für die recht fleischlastige Küche bekannt sind, war es hier sicherlich eine größere Herausforderung die Klassiker in vegetarische Gerichte umzuwandeln und dementsprechend gab es hier auch viele Rezept-Überraschungen. 

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Das Buch ist in folgende Kapitel aufgeteilt:

  • Frühling
  • Sommer
  • Herbst
  • Winter
  • Jederzeit

So muss man sich nicht erst durch das komplette Buch kämpfen, sondern kann je nach Jahreszeit die passenden Rezepte durchblättern. Und falls Ihr ein Rezept anhand von Zutaten, die Ihr noch zuhause habt, sucht - dann verwendet einfach das phantastische Rezeptregister am Ende des Buches.

Und um seine ausgewählten Favoriten schneller wiederzufinden, gibt es im Buch ein 3-faches Lesebändchen, natürlich in den italienischen Landesfarben. Aber legt Euch trotzdem noch ein paar Post-Its bereit, denn Ihr werdet mehr als 3 Rezepte finden, die Ihr nachkochen wollt!


Leseband italienische Landesfarben


Unter dem Motto "Jeden Tag gut Essen" hat Claudio Rezepte ausgesucht, die satt und glücklich machen! Das können wir auch bestätigen, denn die Portionen sind ausreichend und es bleibt auch hin und wieder noch etwas übrig, was bei vielen Kochbüchern leider nicht so ist, denn da hatten wir nach einem Hauptgericht meist noch etwas Hunger ;-)

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Und somit serviert uns Claudio im Frühling: selbst gebackene, knusprige Grissini und stellt daneben einen Teller, auf dem es sich ein praller Büffelmozzarella auf einem Mangoldbett bequem gemacht hat. Als Hauptspeise gibt es dann Brennessel-Gnocchi mit Ruccola und zum süßen Finale folgt dann ein Piemontesischer Pudding, den man sich bittersüß auf der Zunge zergehen lassen kann.

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Im Sommer darf die (der?) klassische Caprese natürlich nicht fehlen, denn wenn tagsüber die Sonne vom Himmel strahlt, muss etwas erfrischendes her, was einem nicht stundenlang im Magen liegt. Oder wie wäre mit einer sizilianischer Caponata, oder einem knackigen Salat aus grünen Böhnchen?


Bohnensalat
Rezept am Ende des Beitrages

Als typische Hauptmahlzeiten habt Ihr beispielsweise die Wahl zwischen Gemüselasagne, Auberginenauflauf, oder geschmorte Paprika und wer dann immer noch nicht satt ist, der darf sich auf gefüllte Pfirsiche, oder ein himmlisches Erdbeer-Tiramisu freuen.

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Im Herbst wird es dann etwas rustikaler und deftiger - ja auch das ist in der vegetarischen Küche möglich! ;-) Es gibt tolle Suppen und Eintöpfe wie z.B. eine einfache Dinkelsuppe, eine Mehlsuppe mit Steinpilzen, oder sehr aromatischen Blumenkohl in Tomatensosse, der vorher geröstet und gedämpft wurde:


Blumenkohl in Tomatensosse
Rezept folgt

Zum Dessert gibt es gebackene Feigen, Rotweinbirnen und andere Süße Sünden.

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Lang wird's nimmer dauern und der Winter steht vor der Tür und hier kommen dann die typischen Soulfoodgerichte, die einem das Herz erwärmen an die Reihe. Im Kreise der Familie serviert man dann eine heiße Maronensuppe mit Kichererbsen, Polenta mit Wirsing und Bohnen und zum Nachtisch eine phänomenale Gianduia-Karamell-Torte! Und wenn sich dann jeder vor Sattheit den Bauch festhält, gibts einfach noch einen selbstgemachten Limoncello hinterher!

Auch wenn wir noch keinen Winter haben, gab es bei uns Pasta mit Brokkolicreme - dieses Rezept würde sich auch gut im Jederzeit-Kapitel machen, denn das könnte ich jede Woche essen ;-)


Pfaffenwürger - Strozzapreti
Rezept folgt

Im letzten Kapitel gibt es dann jede Menge Basisrezepte, für Gerichte, die es das ganze Jahr über gibt. Hier lernt Ihr die Zubereitung eines perfekten Pasta- und Pizzateiges. Und auch Klassiker wie Gnocchi in Tomatensosse, Amaretti und Tiramisu werdet Ihr hier finden.

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Unter jedem Rezept findet Ihr übrigens noch Tipps, wie Ihr die Gerichte variieren könnt und die passende Getränke-Empfehlung darf natürlich auch ned fehlen.


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Rezept aus dem Buch: Böhnchensalat

Zutaten:

500g grüne Bohnen
1 Bund Petersilie
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessig
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Zuerst werden die Bohnen gewaschen und anschließend entfernt man die Stielansätze mit einem kleinen Messer. Salzwasser zum Kochen bringen und die Bohnen darin ca. 5 Minuten bissfest garen.

Petersilie und Knoblauch klein hacken und in einer Schüssel mit Olivenöl und Essig vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die noch heißen Bohnen in die Schüssel geben und alles gut vermengen und kurz abkühlen lassen. Der Salat sollte beim Servieren noch lauwarm sein.

Fazit:

Ich kenne Bohnensalat ja nur mit viel Zwiebeln und Zucker und die Zugabe von Knoblauch war mir bis jetzt neu, aber uns hat auch diese Variante sehr gut geschmeckt und die Zubereitung ist auch kinderleicht.

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Resümee zum Buch:

Katharina und Claudio haben hier wieder ein wundervolles Kochbuch geschaffen. Die Rezepte, die wir ausprobiert haben waren alle sehr schmackhaft und die Zubereitung bereitete uns keinerlei Probleme. Man benötigt für die Rezepte keine Unmengen an ausgefallenen Zutaten und die Mengenangaben wurden auch reichlich bemessen, so dass keiner hungern muss. 
Ich kann dieses Buch allen Fans der Vegetarischen Reihe aus dem Brandstätter Verlag empfehlen und auch für Leute, die mit der vegtarischen Küche noch nicht am Hut hatten, ist dieses Buch zu empfehlen. Wer jedoch italienische Rezepte erwartet, die man so noch nicht kennt, der wird hier etwas enttäuscht sein, denn im Buch gibt es auch viele Klassiker.

Ich hoffe, dass noch viele weitere Bände folgen werden - wie wäre es denn z.B. mit "Osteuropa vegetarisch" oder "Skandinavien vegetarisch"? :-)

Kochbuchkenner, Vegetarier, die gerne richtig lecker essen werden dieses Buch lieben und deshalb gibt es von mir die höchste Punktzahl:



erschienen im Brandstätter Verlag
von Katharina Seiser und Claudio del Principe
ISBN: 978-3850338066
EUR 34,90


*Affiliatelink

Montag, 1. September 2014

DELINERO Box August 2014 - Schwedische Spezialitäten und selbstgemachte Kartoffelpuffer

Mittlerweile gibt es fast unzählige Hersteller, die mit Überraschungsboxen auf Kundenfang gehen. Es gibt Boxen mit Beautyprodukten, Tee, Kaffee, Lebensmitteln, Bastelutensilien, Haustierzubehör und was weiß ich noch alles....

Aber das Konzept funktioniert und somit ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Boxen dazukommen. In der Anfangsphase habe ich so ziemlich alle Boxen ausprobiert, aber seit einigen Monaten gab es für mich keinen Grund mehr, eine davon längerfristig zu abonnieren, denn speziell in den Lebensmittelboxen, die mich am meisten interessieren, ist teilweise nur Schrott enthalten und auf Tütensuppen, Unmengen an Bonbons, Kaugummis & Co. habe ich keinen Bock!

Seit kurzem gibt es aber von DELINERO etwas Neues - die Europa-Box, mit der Ihr Euch monatlich auf die Reise in ein neues Land begebt. Ich habe die Inhalte der letzten Boxen seit einiger Zeit auf anderen Blogs verfolgt und bin jetzt der Meinung, dass sie für mich interessant sein könnte.

Auf den ersten Blick denkt man, dass EUR 29,90 viel Geld für eine Box ist, aber da man hier keine alltäglichen Produkte erhält, finde ich den Preis mehr als angemessen.

Das Besondere daran ist, dass die Produkte, die sich in der Box befinden direkt aus den Ländern zu Euch kommen und somit kann es auch 1-2 Tage länger dauern, bis sie bei Euch ausgeliefert wird.

Weitere Pluspunkte sind:

- Die Produkte stammen aus traditionellen, meist kleinen europäischen Manufakturen
- Man bekommt nur Originalgrößen - keine Produktproben o.ä.
- Entdecken von neuen, teils unbekannten Lebensmitteln
- Produkte können bei Gefallen im Delinero-Shop nachbestellt werden
- keine Vertragsbindung / kein Abo - das heißt, man kann jederzeit kündigen
- man spart bis zu 40% gegenüber dem Einzelkauf der Produkte
- Versandkostenfrei!

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Letzte Woche war es dann soweit und ich durfte meine erste DELINERO-Box entgegennehmen. Das einzige was ich wusste - es geht nach Schweden! Und noch bevor ich sie öffnete überlegte ich kurz, welche schwedischen Spezialitäten denn enthalten sein könnten.... Hmm? Knäckebrot, Zimtschnecken, Köttbullar *scherz*  - mehr fiel mir nicht ein........



Das nenn ich doch mal ein herzliches Willkommen, oder was meint Ihr?
Die Gestaltung finde ich wirklich sehr gelungen und auch sehr passend!

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Und nun zum Inhalt:


Da lag ich doch gar nicht so verkehrt :-) es gibt knuspriges, rundes Knäckebrot mit einem Loch in der Mitte aus dem Hause Pyramidbageriet. Das schwedische Grundnahrungsmittel Nummer 1 gibt es in zahlreichen Varianten und wird aus verschiedenen Mehlsorten hergestellt. Das Spisbröd wurde auch bereits von der Feinschmecker-Stiftung Sandahl und der Gastronomie-Akademie ausgezeichnet. 


Preis pro 135g Packung - EUR 4,80

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Und was schmeckt am besten auf einem Brot?
Na klar! Käse und Wurst und auch hier gibt es schwedische Leckereien zu erforschen:


Habt Ihr schon einmal Rentiersalami gegessen? Ich auch noch nie und deshalb musste ich mich hier auch erst ein wenig überwinden ;-) aber die Angst war unbegründet, denn die Salami schmeckt wirklich sehr lecker und ist gut gewürzt und hat ein herrlich geräuchertes Aroma.
Geschmacklich kann man die Salami mit Wild vergleichen. 

Das besondere an dieser Salami ist der mit 94% außergewöhnlich hohe Gehalt an Rentierfleisch und trotz alledem hat sie nur 24% Fett. Die Wurst stammt aus einem sehr kleinen Familienbetrieb im nord-schwedischen Jämtland, in dem seit über 100 Jahren qualitativ hochwertige Wildprodukte hergestellt werden.

Preis für ca. 150g - EUR 12

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Als nächstes gab es einen halbharten Tegan-Kuhmilchkäse aus dem Hause Oviken Ost, der im Nordwesten Schwedens hergestellt wird. Der Käse wird während seiner 3-monatigen Reifezeit regelmäßig gebürstet und dadurch entsteht eine sehr aromatische Rinde mit milden, erdigen Aromen.

Den Käse haben wir noch nicht probiert - Geschmacksfazit wird ergänzt!

Preis für ein Stück - EUR 5,75

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Gemüsechips habe ich bereits von einer anderen Marke probiert und war davon überhaupt nicht begeistert, da ich Rote Beete und Pastinaken nicht sonderlich mag. Diese Chips stammen von den schwedischen Knusperexperten Rootfruit und ich werde sie in absehbarer Zeit probieren. Manchmal funktioniert es ja auch erst beim zweiten Mal ;-) - Bericht folgt!

Preis für eine Tüte - EUR 2,20

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Zwischendurch sollte man ja öfters mal etwas Trinken und hier serviert uns DELINERO eine weitere schwedische Spezialität aus Preiselbeeren. Dieser Aperitif von Andersson Import hat einen intensiv-fruchtigen Geschmack. Man kann ihn entweder pur genießen, oder als Cocktail zubereiten - wie wäre es beispielsweise mit einem Preiselbeer-Caipirinha?

Preis pro Flasche - EUR 8,90

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Und auch an die Süßmäuler wurde gedacht.
Zum einen gibt es hier Schwedische Lebkuchen bzw. Ingwer Kekse, die einen schon etwas in die Weihnachtszeit versetzen. Knusprig, würzig, süß mit einer eleganten Zimtnote - dazu ein Cappuccino und mehr brauchts ned :-)

Preis für 1 Packung Ingwer Kekse von Nyäkers - EUR 3,50

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Bei den anderen Leckereien handelt es sich um kleine Schokoladentrüffel aus dem Hause La Praline, welche in Schweden ebenfalls zu den Spezialitäten zählen. Den Herstellern liegt besonders am Herzen, dass ihre Produkte umweltschonend und lokal produziert werden. So gehört sich das auch! ;-)

Geschmacksbericht folgt!

Preis für eine Packung - EUR 5,90

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Und zum Schluss kommen wir zu einem unserer Highlights aus der Schweden-Box:


Schweden ist auch für seine Fischspezialitäten bekannt und wir durften einen sehr köstlichen Lachs aus der südschwedischen Provinz Blekinge genießen. Hier verarbeitet der Fischspezialist Falkeskog seit 5 Generationen die schwedischen Köstlichkeiten. Der Lachs hat eine sehr feine Textur und durch das Räuchern über Erlenholz, bekommt er ein wunderbares Aroma.

Bei der dazugehörigen Soße waren wir sehr skeptisch, denn wer ab und an mal abgepackten Lachs gekauft hat, kennt sicherlich die Saucen, die sich in der Packung befinden. Diese sind meist ungenießbar und gar nicht gut. Aber als wir diese Soße heute zum Abendessen probiert haben, waren wir beide sofort begeistert. Aber sowas von lecker!! Die Soße basiert auf Senf und wurde mit rotem Weinessig und Dill verfeinert.
Eine echte Geschmacks-Überraschung!

Preis für 100g schwedischen Lachs - EUR 7

Preis für 200g Hovmästarsas Soße - EUR 2,70

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Die Box hat somit einen Gesamtwert in Höhe von EUR 52,75

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Jetzt sind wir fast am Ende angelangt, aber ich möchte Euch unser heutiges Abendessen nicht vorenthalten, denn ich habe zum ersten Mal Kartoffelpuffer selbstgemacht und dazu passt natürlich Lachs und die leckere Soße nahezu perfekt! Ich dufte zwar jetzt noch wie eine Frittenbude, aber es hat sich wirklich gelohnt :-)



Zutaten:

500g Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Eier
2 EL Haferflocken
1 TL Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und anschließend grob reiben. (Wer einen Thermomix besitzt, der viertelt die Kartoffeln, gibt diese in den Mixtopf und auf Stufe 5 wird alles in 6 Sekunden zerkleinert).

Die restlichen Zutaten zu den Kartoffeln geben und alles zu einem Teig verrühren.

Öl in einer Pfanne erhitzen und mit 2 Esslöffeln kleine Häufchen in die Pfanne setzen, plattdrücken und von beiden Seiten goldgelb braten.

Lecker!!!

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Mein Fazit zur DELINERO-Box:

Ich bin wirklich begeistert! Die Produkte waren für mich allesamt eine Neuentdeckung und bis jetzt habe ich in Deutschland davon auch noch kein einziges gesehen. Meine persönlichen Highlights waren die Rentiersalami und die Senf-Dill-Soße. Ich freue mich jetzt schon auf die September-Box und bin gespannt in welches europäisches Land es als nächstes geht!

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Wie findet Ihr die Box?
Welches Produkt gefällt Euch am besten?


Ich bedanke mich recht herzlich bei Delinero für die Box, die mir unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung bleibt davon, wie bereits bekannt sein dürfte, unberührt.