Immer schon vegan: Gebackene Riesenbohnen in Tomatensauce - Gigantes plaki

Es muss nicht immer ein opulentes Fleisch-Mahl sein, um seinen Magen zufriedenzustellen. Meistens sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Köstlichkeiten, denen meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und beim heutigen Rezept handelt es sich um so ein Gericht - simpel, köstlich und glücklich machend und als Beilage braucht es dann auch nur ein Stück frisches, duftendes Fladenbrot.

Zu meiner Schande muss ich Euch aber gestehen, dass ich diese Bohnen bis jetzt noch nie selbstgemacht habe. Ich habe dann eher auf die Dosen-Variante zurückgegriffen - die schmecken aber auch! Als ich dann aber vor kurzem das neue Kochbuch Immer schon vegan - Traditionelle Rezepte aus aller Welt* von Katharina Seiser in den Händen hielt, bekam dieses Rezept als erstes ein Zettelchen verpasst.

Doch bevor ich loslegte, stand ich vor einem Rätsel. POLPA!? Noch nie davon gehört, aber es wird bei diesem Rezept als Zutat benötigt. Leider konnte ich auch im Glossar des Buches keine Lösung finden, also googelte ich, aber ein eindeutiges Ergebnis fand ich hier auch nicht. Also benötigte ich den Rat meiner Fans und Leser bei Facebook. Und siehe da, ratzfatz hatte sich das Ganze aufgelöst und ich wusste nun, dass ich mir fein gehacktes Tomatenfruchtfleisch besorgen musste. Und hier wurde mir von mehreren Seiten das Polpa von Mutti* empfohlen. Also stiefelte ich in der Mittagspause schnell zum Edeka und kramte aus dem Regal die letzten 3 Dosen heraus. Was für ein Glück! Übrigens gibt es bis heute keine Nachlieferung dieser göttlichen Tomatensauce - wahrscheinlich werden hier nur die besten Tomaten verwendet und die sind wohl noch ned reif... aber notfalls kann man ja heutzutage alles im Netz bestellen! :-)




Bitte denkt daran, dass am Vorabend bereits getrocknete weiße Bohnen eingelegt werden sollen - klar kann man auch welche aus der Dose verwenden, aber dann schmeckt es meiner Meinung nach nicht so gut.

Für 6-8 Portionen benötigt Ihr folgende Zutaten:

500g weiße Riesenbohnen
2-3 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
1 Stange Stangensellerie
1 Möhre
700 - 800ml Polpa
1 Bund Petersilie
ca. 150ml Olivenöl
1 TL Zucker
1 TL getrockneter Oregano
1 Prise Zimt
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die getrockneten weißen Bohnen werden am Tag vorher in reichlich kaltem Wasser eingeweicht und dürfen sich über Nacht etwas ausbreiten.

Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Bohnen in einem Sieb gründlich abwaschen. In einem großen Topf werden die Bohnen nun mit der dreifachen Menge an Wasser aufgekocht und dürfen dann ca. 1,5 Stunden kochen, bis sie weich sind. Anschließend die Bohnen abgießen und gut abtropfen lassen, bevor sie in einer großen Auflaufform verteilt werden.

Backofen auf 180°C vorheizen.

In der Zwischenzeit Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Knoblauch fein hacken, Sellerie und die Möhre ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Petersilie waschen und grob zerkleinern.

Jetzt wird die Hälfte des Olivenöls in einem großen Topf erhitzt und die Zwiebeln werden darin angeschwitzt. Knoblauch, Sellerie und Möhren dazugeben und alles gut verrühren. Den Zucker darüberstreuen und kurz karamellisieren lassen. Oregano und Zimt unterrühren und zum Finale die Polpa dazugießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die gehackte Petersilie dazugeben und alles kurz einkochen lassen.

Die Sauce wird jetzt über den Bohnen verteilt und glatt gestrichen. Das restliche Olivenöl tropfenweise darüber geben.

Und nun geht es für ca. 1- 1,5 Stunden in den Backofen. Bitte die Bohnen nicht umrühren, denn alles soll richtig schön eindicken und die Bohnen sollen an der Oberfläche etwas karamellisieren.

Abkühlen lassen und dann lauwarm servieren. Alternativ könnt Ihr die Bohnen auch mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren.




Tipp: Für einen 2-Personen Haushalt solltet Ihr lieber die Hälfte der Zutaten verwenden, sonst ergeht es Euch wie uns und müsst die ganze Woche Bohnen essen. Nicht das es uns nicht schmecken würde, aber nachdem man öfters Hülsenfrüchte zu sich nimmt, könnte das einige unangenehme Nebenwirkungen  hervorrufen ;-)



Das Buch Immer schon vegan* werde ich Euch in Kürze noch ausführlich vorstellen, ich möchte nur noch das ein oder andere Rezept ausprobieren.

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Kochbuchrezension: Fifty Shades vom Huhn

Seit letzter Woche herrscht in vielen deutschen Kinos Ausnahmezustand. Der Grund dafür ist die Verfilmung von Fifty Shades of Grey*. Dieser Streifen wurde von vielen heiß erwartet, nachdem die Bücher schon ein voller Erfolg waren. Heiß sollte es werden und deshalb stürmten vor allem Frauen in den letzten Tagen die Kinos. Ich gehöre nicht dazu, denn ich habe die Bücher bis jetzt nicht gelesen und wenn ich mir so einige Kritiken durchlese, habe ich auch nicht wirklich viel verpasst, denn die wirklich heißen Szenen aus dem Buch, die Frau ja letztendlich sehen möchte gab es nicht bzw. nur in abgespeckter Version. 

Aber irgendwie bin ich dann noch nicht um den Film herum gekommen, denn zeitgleich erschien das folgende Kochbuch, dass von Anfang an meine Aufmerksamkeit erregte (Erregung passt in diesem Falle ganz gut *hust*). Als ich meinen Fans und Lesern davon das erste Mal erzählt habe, dachten sie, dass ich sie verarsche, denn es ist ja schon ein wenig absurd, aber wer auf besondere Kochbücher steht und wer gerne mal zweideutig denkt, der wird dieses Buch lieben!


Quelle: riva-verlag München


Ein parodistisches Kochbuch
von F.L. Fowler
erschienen im riva Verlag München
ISBN: 978 3 86883 655 4
160 Seiten
EUR 14,99



Es handelt sich hier um kein klassisches Kochbuch, in dem man ein Rezept nach dem anderen vorfindet. Es ist die Geschichte eines unverdorbenen Huhns und einem recht dominanten Küchenchef und beide haben ein ziemlich heißes Techtelmechtel in der Küche. Im Buch findet man 50 Rezepte rund ums Huhn, die meiner Meinung nach für jeden Anfänger, aber auch für Profis geeignet sind. Es ist eine schöne Mischung und jeder sollte hier das passende finden.




Das Buch ist in 3 Kapitel aufgeteilt, die da wären:

- Die Anfängerin
- Glied für Glied
- Zum Höhepunkt

Zu jedem Abschnitt gibt es eine Einleitung und zu Rezepten gibt es ebenfalls eine recht erotisch geschriebene Story.  Den Schreibstil finde ich persönlich sehr toll und prickelnd und man möchte sofort mit dem Kochen anfangen, oder sollte man sich doch lieber seinen Liebsten schnappen und ins Schlafzimmer verschwinden? Die Phantasie wird jedenfalls schon etwas in Schwung gebracht. Wer natürlich mit schlüpfrigen Sachen nichts anfangen kann, der sollte das Buch aber dann doch lieber im Regal stehen lassen. Ich denke, dass hier eher eine Zielgruppe zwischen 28 und 40 angesprochen wird - hier aber auch Männlein und Weiblein, denn bei "heißen tropfenden Schenkeln" spielt sich nicht nur bei Frauen ein Kopfkino ab.




Bei den Rezept-Titeln war man ebenfalls sehr kreativ und schließlich müssen sie auch zum Buch und zur Filmgeschichte passen und deshalb findet man hier beispielsweise folgendes:

- Geölte Jungfern-Brüste
- Bitte hör nicht auf - Hühnchen
- Chili-gepeitschtes Frikassee
- Hintertür-Bierdosen-Hühnchen
- Festgebundenes Hühnchen mit Schweinkram uvm.




Es gibt zu jedem Rezept auch ein passendes Foto und zwischendurch gibt es auch einige Szenen mit dem dominanten Küchenmeister zusehen - jedoch immer ohne Gesicht. Aber anhand des muskulösen Oberkörpers, welcher meist nicht bedeckt ist, kann man nur ein phantastisches Gesicht erahnen...




Bei der Auswahl eines Rezeptes habe ich mich ziemlich schwer getan, denn mich sprechen hier fast alle Gerichte an, aber letztendlich habe ich mich für das "Eifersüchtige Hühnchen" entschieden. Hier kann man bereits einen Tag vorher mit der Zubereitung beginnen, denn es sollte über Nacht in einer betörenden Marinade ruhen.

Auszug aus der Einführung zum Rezept:
"Er hat mich in Teilen auf einem Handtuch ausgebreitet und bereitet nun eine Marinande zu. Er mag es, wenn ich ausgebreitet daliege; das bedeutet, er kann mich ganz nach seinen perversen Gelüsten würzen. Ich frage mich, wie seine früheren Flammen aus seine herrische Art reagierten und empfinde einen unliebsamen Schmerz."

Huhn mit Meerrettich und Kräutern

Zutaten:

1 ganzes Huhn, oder 8 Hühnerteile (Schenkel und Brüste mit Haut) - gewaschen und trockengetupft
3 Knoblauchzehen
3 Frühlingszwiebeln
1/2 Bund frischer Schnittlauch
1/2 Bund frische Petersilie
Saft und geriebene Schale einer Zitrone
1-2 EL Meerrettich
1-2 TL grobes Meersalz
Olivenöl

Zubereitung:

Am Tag vorher wird zuerst die Marinade zubereitet. Dafür werden Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Petersilie, Zitronensaft und -schale, Meerrettich und Salz in einer Küchenmaschine sorgfältig zerkleinert. Anschließend wird das Olivenöl (ca. 6 EL) dazu gegeben und alles wird gleichmäßig aufgeschlagen.

Nun werden die Hühnchenteile rundherum mit der Marinade eingerieben und in eine Form, oder Schüssel gegeben. Abgedeckt sollte dann alles über Nacht im Kühlschrank durchziehen.



Am nächsten Tag wird dann der Backofen auf 230° vorgeheizt. Ein Backblech mit Olivenöl auspinseln und die Hühnchenteile darauf verteilen. Jetzt noch mit etwas Öl beträufeln und alles mit Alufolie abdecken und für 20 Minuten in den Ofen geben. Nach der Zeit die Folie entfernen und weitere 20-30 Minuten braten lassen, bis das Huhn vollständig durchgegart ist. Am Ende wird der Backofengrill noch für ca. 5 Minuten eingeschaltet, damit die Haut schön knusprig wird.

Als Beilage gab es bei uns einfach einen bunten Blattsalat dazu.




Das Hühnchen war butterzart und wirklich sehr lecker, ich glaube wir hätte hier gar keine Beilagen gebraucht. Hier gibt es von mir eine klare Nachkochempfehlung!



Fazit zum Kochbuch:

Nicht ohne Grund ist dieses Buch* in den USA bereits ein Bestseller. Es ist außergewöhnlich, enthält tolle Rezepte die funktionieren und ist gespickt mit ansprechenden Fotos, die einem nicht nur das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Einige mögen die Darstellungen des unschuldigen Huhns vielleicht geschmacklos finden, aber ich empfinde dieses Kochbuch schon eher als Kunst. Und die Begriffe Foodporn und Gaumensex sind hier die perfekten Hashtags ;-)

Ein Buch das bewegt und erregt!
und deshalb gibt es von mir volle Punktzahl!



Das Kochbuch wurde mir vom riva-Verlag zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür.

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(PALEO) - Pizza mit Blumenkohlboden

Pizza ist eines der beliebtesten Gerichte der Deutschen, aber habt Ihr schon mal eine ohne "Mehlboden" gegessen, also gluten- und laktosefrei? Es ist schon erstaunlich was es alles gibt und somit überrascht mich Nico Richter mit den Rezepten in seinem Buch Paleo - Power for Life. 115 Rezepte aus der modernen Steinzeitküche* jeden Tag aufs Neue.

Klar kann man diese Pizza jetzt nicht 1:1 mit einer klassischen vom Italiener ums Eck vergleichen, aber als Alternative ist sie wirklich toll. Der außergewöhnliche Boden, der zu 95% aus Blumenkohl besteht wird zwar leider nicht so knusprig, aber er schmeckt trotzdem :-) Wir waren jedenfalls etwas erstaunt, dass der doch recht dominante Blumenkohlgeschmack kaum schmeckbar ist, aber das liegt wohl an der Zugabe von Kokosmehl. Probiert es einfach mal aus!




Für ein Backblech benötigt Ihr folgende Zutaten:

Für den Boden:

1 Blumenkohl
5 Eier
5 EL Kokosmehl
1 TL Oregano
3 EL gemahlene Mandeln
Olivenöl und Salz

Der Blumenkohl wird nach dem Putzen (wie schon beim Blumenkohlreis) mit einer Küchenmaschine auf Reiskorngröße zerkleinert. Diese Masse wird dann auf einem Backblech verteilt und wird im Backofen bei ca. 200 Grad ca. 15 Minuten getrocknet.




Nachdem der Blumenkohl etwas abgekühlt ist, kommt er in eine große Schüssel und dazu gibt man dann die Eier, das Kokosmehl* , die gemahlenen Mandeln, Oregano und Salz und vermengt alles zu einer klebrigen Masse. Jetzt ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Masse darauf verteilen und ebenfalls mit etwas Olivenöl bestreichen. Und nun wird der Boden im Backofen 20 Minuten vorgebacken, bis er leicht gebräunt ist und dann geht es mit dem Belag weiter.




Für den Belag benötigt Ihr folgende Zutaten:

250 ml passierte Tomaten
2 TL Oregano
1 TL Thymian
1 Bund Rucola
Parmaschinken
Pinienkerne
getrocknete Tomaten nach Bedarf (ich habs zwar ausprobiert, aber irgendwie werde ich mit den getrockneten Tomaten nicht warm... da lass ich sie lieber gleich weg)

Zubereitung:

Für die Sauce werden Tomaten, Kräuter, Salz & Pfeffer einfach vermischt und wird dann gleichmäßig auf dem Pizzaboden verteilt. Pizza kommt nun nochmals für ca. 5 Minuten in den Ofen und wird dann zum Finale mit Rucola, Parmaschinken, Pinienkernen und getrockneten Tomaten belegt.




Wer mit diesem Belag nicht ganz zufrieden ist, kann diesen natürlich auch variieren. Wie wäre es z.B. mit Ananas und Schinken, oder Hackfleisch und Pfirsich? Der Phantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt.


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